Fallbericht IntrovisionCoaching

So schnell kann es gehen! Ein Fallbericht über IntrovisionCoaching

Ein junger Berliner IT-Entwickler wurde in der Firma, in der er gerade neu begonnen hatte, von einem erfahrenen älteren Kollegen eingearbeitet. Die Art und Weise, wie dieser Kollege das tat, empfand er allerdings von Beginn an eher verunsichernd. Da er seinen Job trotzdem sehr gut machte, wurde ihm recht bald mehr und mehr Verantwortung übertragen. Das hinderte seinen älteren Kollegen jedoch nicht daran, weiterhin dauernd an ihm herumzumäkeln. Der Ältere kritisierte ständig die Mails seines jungen Kollegen, beurteilte die Telefongespräche, die der Jüngere mit Kunden führte als total unzulänglich, fand seinen Umgang mit allen möglichen Angelegenheiten absolut unzureichend „Das geht so gar nicht!“; „Das könnten Sie doch langsam wissen!“; „So etwas kann man doch Kunden gegenüber nicht sagen!“, „Wie Sie das machen, das ist völlig unmöglich!“.

Mit diesen kategorischen Urteilen schaffte es der Ältere im Laufe weniger Monate, seinen jungen Kollegen in einen solchen Zustand der Verunsicherung zu treiben, dass er schließlich gar nicht mehr wusste, wie und was er eigentlich tun sollte, um seine Arbeit „richtig“ zu machen und kurz davor war, das Handtuch zu werfen und seine Stelle zu kündigen, obwohl er noch keine neue Stelle in Aussicht hatte. Die harsche Krittelei seines Kollegen verfolgte ihn bis in seine Freizeit, wo er sich gedanklich immer weiter damit beschäftigte, was er als große Belastung empfand. Außerdem war peu á peu sein Selbstwertgefühl so stark beeinträchtigt worden, dass er sich plötzlich gar nichts mehr zutraute.

Zum Glück fiel es einem aufmerksamen Beobachter aus dem Personalbereich auf, welche Veränderung mit dem jungen Mann passierte. Bei einem Gespräch zwischen dem Personalbetreuer und dem jungen Mitarbeiter, zeigte der sich so aufgeregt und unsicher, dass er fast zitterte. Als Maßnahme wurde vorgeschlagen, dass der IT-Entwickler in Psychotherapie ging. Doch er und die Psychotherapeutin, die er aufsuchte, fanden keinen Zugang zueinander, sodass die Psychotherapie nicht funktionierte.

Der Personalbetreuer schlug dann ein Coaching bei uns vor – ohne die Firma bisher persönlich zu kennen und ohne zu wissen, dass wir mit Introvision arbeiten – oder was das überhaupt ist.

In der ersten Sitzung gelang es sehr schnell, eine gute, stabile Beziehung zu dem jungen Mann herzustellen. Dabei wurde herausgearbeitet, dass das größte Problem darin bestand, dass er sich niemals wirklich abgegrenzt hatte gegen seinen älteren Kollegen. Hätte er sagen können: „Jetzt reicht es mit diesem Gemäkel! Jetzt lassen Sie mich mal meine Arbeit tun, wie ich für richtig halte!“ wäre seine Geschichte vermutlich anders verlaufen. Doch das konnte er nicht – eine innere Hemmung hielt ihn davon ab, sich so eindeutig abzugrenzen. Bei der Frage: „Was ist denn das eigentliche Problem daran, sich abzugrenzen?“ stellte sich heraus, dass dahinter die große Angst steckte, abgelehnt zu werden.

Die Introvision begannen wir mit dem Satz „Es kann sein, dass ich mich deutlich abgrenze und dann abgelehnt werde!“ Das führte zu einer heftigen Alarmreaktion mit  auch körperlichen Symptomen wie Herzrasen, doch schon in der zweiten Runde des Sitzens mit diesem Satz wurde der Alarm auf Null reduziert. Der Klient verließ das Coaching mit einem absoluten Hochgefühl.

Wie gut sich das auswirkte, erfuhren wir zwei Wochen später als der Personalbetreuer sich meldete mit den Worten: „Was haben Sie denn mit Herrn XY gemacht? Das war ja wie ein Wunder! Er kam am Tag nach dem Coaching völlig entspannt und gutgelaunt in die Firma und das ist seither so geblieben!“

Es gab einige Zeit später noch eine zweite einstündige Sitzung mit dem IT-Entwickler, in der nur noch Kleinigkeiten bearbeitet wurden. Er berichtete per Mail, dass sich eine sehr gute Grundstimmung bei ihm eingestellte habe und er seinen Arbeitsalltag völlig problemlos absolviere. Ein weiteres Feedback nach einigen Monaten lautete per Mail: „Ich hatte schon fast vergessen, dass ich damals vorsorglich noch einen weiteren Termin mit Ihrer Assistentin vereinbart hatte. Da es mir weiterhin blendend geht, können wir diesen Termin gern absagen.“

Uns war es Recht!

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