Reicht Introvision für Business-Coaching aus?

Introvision für Business-Coaching, reicht das als einzige Methode?

Die Antwort auf diese Frage ist in meinen Augen ein glattes Nein. Ich halte Introvision für ein sehr wichtiges Instrument im Business-Coaching, aber für keinesfalls ausreichend, denn oft genug hat man es dabei mit Themen zu tun, bei denen Introvision überhaupt nicht weiterhilft. Wenn es zum Beispiel darum geht, dass dem Klienten ganz einfach die Strategien fehlen, wie er eine ganz konkrete Situation bewältigen kann, dann muss man mit ihm diese Strategien erarbeiten. Introvision käme erst dann ins Spiel, wenn innere Konflikte oder Hemmnisse dem Klienten nicht erlauben würden, diese Strategien, die er richtig findet, die ihm einleuchten und die auf die Situation passen, in die Tat umzusetzen.

In einem solchen Fall ist man mit einem „normalen“ Business-Coaching oft am Ende der Handlungsfähigkeit angelangt, da kann Introvision sehr hilfreich eingesetzt werden. Denn man hat damit ein Tool, mit dem man mit wenig Aufwand und vergleichsweise schnell solche Hemmnisse aufarbeiten und auflösen kann. Dass es so schnell und ohne großen Aufwand geht, ist von großem Vorteil, denn Zeit, überall ein knappes Gut, ist auch im Business-Coaching ein wichtiges Argument.

Wenn man innere Hemmnisse mit Introvision aufgelöst hat, kann das dazu dienen, dass man anschließend mit den gewohnten Methoden das „normale“ Business-Coaching fortführen kann. Hat man also zum Beispiel gerade mit einem Klienten gearbeitet, der vor lauter Panik, dass er sein Projekt vermasseln könnte, nachts nicht mehr schlafen kann und hat diese Panik mit Hilfe von Introvision aufgelöst, so heißt das ja noch lange nicht, dass er wirklich im Projekt optimal agiert, sodass man anschließend an seinen Strategien weiter arbeitet. Oder man muss mit ihm seine Rolle und seine Führungsaufgaben reflektieren, weil er darüber kein klares Verständnis besitzt. Das ist etwas, das häufig genug vorkommt und Klienten in ihrer täglichen Arbeit empfindlich behindert.

Für den Coach bedeutet das: Introvision ist etwas, das er zusätzlich zu einer guten Coaching-Ausbildung sehr gut einsetzen kann, es sollte aber nicht das alleinige Mittel der Wahl sein. Introvision allein ist möglicherweise für ein Life-Coaching ausreichend – aber selbst dafür ist es in meinen Augen sehr viel besser, noch andere Methoden zu kennen und anwenden zu können.

Ich halte die Transaktionsanalyse für eine ideale Basis für jedes Coaching, weil man in der Transaktionsanalyse lernt, Probleme sehr schnell zu verstehen. Die Modelle der TA helfen dem Coach, schnell Ideen zu bekommen, welches die Hintergründe für die Schwierigkeiten sein könnten – das verkürzt die Phase der Problemanalyse und führt schnell dazu, dass der Klient das Vertrauen entwickelt, dass der Coach der Richtige für ihn ist, denn er fühlt sich verstanden und spürt die Kompetenz es Coachs.

Zusätzlich zur Transaktionsanalyse sollte ein Business-Coach aber auf jeden Fall auch Kenntnisse über systemische Methoden besitzen, denn nicht alle Probleme, die im Business-Coaching eine Rolle spielen, liegen in der Person des Klienten begründet, sondern entstehen im Zusammenspiel mit seinem Umfeld oder anderen systemischen Gegebenheiten.

Bei all meiner Begeisterung für Introvision möchte ich also doch einmal klar zum Ausdruck bringen, dass ich sie nicht für das alleinseligmachende Mittel halte, mit dem man alles andere über Bord werfen kann, sondern für ein fantastisches Werkzeug – zu seiner Zeit und am richtigen Ort, aber nicht immer und überall.

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