IntrovisionCoaching als zusätzliche Unterstützung für erfolgreiche Führungskräfte

Wer in seinem Beruf erfolgreich ist, denkt für gewöhnlich nicht darüber nach, ob ein IntrovisionCoaching, oder überhaupt irgendeine Form von Coaching, für die eigene Person von Nutzen sein könnte – wozu auch? Man ist schließlich erfolgreich, oder? Man hat alles im Griff, der Laden läuft, die Aufgaben machen Spaß – was sollte ein Coaching da noch verbessern?

Die Erfahrung mit vielen Führungskräften hat uns gelehrt, dass auch Menschen, die einen richtig guten Job machen, nicht frei von Stress sind. Es gibt auch bei den Erfolgreichen innere Imperative,  es gibt Konflikte in der Familie oder mit dem Partner, es gibt innere Unruhe oder Unzufriedenheit, es gibt Nächte, in denen man schlecht schläft, weil das Projekt doch mehr Schwierigkeiten macht als gedacht, es gibt Feierabende und Wochenenden, die keine sind, weil sich alle Gedanken nur um ein berufliches Thema drehen – all das ist Stress, der zum „normalen“ Stress, den der Job ohnehin mit sich bringt, noch dazukommt. Die Addition stressauslösender Faktoren führt zu einer Verminderung der Gelassenheit, ob man will oder nicht.

Gelassenheit ist aber genau das, was die Mitarbeiter häufig am meisten von ihrer Führungskraft brauchen, ganz besonders wenn sie ihrerseits gestresst sind – was, wenn man einschlägigen Untersuchungen glauben darf, auf die meisten Beschäftigten zutrifft. Dazu kommt ein interessantes Phänomen, das in jüngster Zeit von der Forschung nachgewiesen wurde: Um das  eigene Stresslevel zu erhöhen – erkennbar an einer vermehrten Kortisolausschüttung – genügt es schon, Stress bei anderen mitzuerleben. Das heißt: Stress ist ansteckend! Selbst wenn man selbst zunächst gar nicht gestresst ist, aber umgeben ist von gestressten Menschen, färbt das ab, bis man selbst ebenfalls Stress verspürt.

Angesichts dieser Wechselwirkungen ist es umso wichtiger, dass Vorgesetzte möglichst gelassen reagieren können, um den Stress ihrer Mitarbeiter nicht noch zusätzlich zu verschärfen, auch wenn der eigene Stress dem Empfinden nach gut weggesteckt wird. Um zu einer wirklich soliden Gelassenheit zu kommen, sollte man wissen, was dazu angetan ist, sie zu verhindern.

Wie steht es mit Ihnen? Gehören Sie zum Beispiel zu jenen Leuten, die immer wieder mit Klagen der Familie konfrontiert werden, dass Sie ja eh viel mehr Zeit im Büro verbringen als zu Hause, aber wenn Sie dann schon da sind, Sie in Gedanken immer noch in der Firma sind? Den meisten Führungskräften, mit denen ich zu tun hatte, war dieser Vorwurf bekannt. Das zeigt einfach, dass es doch gewisse Sorgen gibt, die man mit nach Hause schleppt, auch wenn alles gut läuft. Sehr häufig ist das eine mehr oder weniger unterschwellige Angst zu scheitern. Gerade bei den Erfolgreichen findet sich oft der Imperativ „Ich darf auf gar keinen Fall scheitern!“ „Scheitern?“, hat ein Manager einmal zu mir gesagt, „darüber darf ich gar nicht nachdenken!“ Wenn jemand gerade eine schwierige Strecke vor sich hat, weil die Aufgabe sehr komplex, das Projekt sehr groß ist, oder wenn man generell einen schwierigen Job hat, lohnt es sich zu überprüfen, ob es vielleicht einen inneren Imperativ gibt, der befiehlt „Ich muss das auf jeden Fall bewältigen – ich darf bei dieser Sache nicht versagen!“

Wer den eben zitierten Imperativ verinnerlicht hat, beschäftigt sich innerlich aber eben doch mit dem Scheitern, und sei es unbewusst, nachts, in den Träumen oder im Halbschlaf, wenn man umgetrieben wird von irgendwelchen Sorgen. Das ist ein Stress, der sich mit IntrovisionCoaching relativ leicht reduzieren lässt. Wenn man die Imperative identifiziert hat, die der Verstand gerade bedroht sieht, können sie aufgelöst werden. Damit lösen sich die inneren Konflikte und diese Stressursache ist man los. Dann beschäftigt man sich zwar gedanklich weiter mit möglichen Schwierigkeiten oder mit den unvermutet aufgetauchten Problemen, aber auf eine rationale und kreative Art und Weise.

Bei anderen Führungskräften kommen zu den bekannten beruflichen Stressoren noch solche hinzu, die aus dem privaten Umfeld stammen. Das können Konflikte mit Lebenspartnern, Kindern, Eltern oder Schwiegereltern sein – zum Beispiel Begegnungen, gerade mit Eltern oder Schwiegereltern, die immer wieder in Streit enden. So etwas frisst eine Menge Energie, und das ist eigentlich völlig überflüssig. Denn die Konflikte, die da aufbrechen, basieren häufig auf inneren Imperativen, die man schon ein Lebensalter mit sich herumschleppt und die zum Beispiel etwas damit zu tun haben, dass man „die Eltern nicht enttäuschen darf“, oder dass man „sie nicht verletzen darf“. Man fühlt sich vielleicht auch frustriert, weil sie sich abwertend verhalten und damit sofort alte Muster bei einem selbst aufrufen.

Ein Profi konzentriert sich natürlich trotzdem nach einem missglückten Zusammentreffen mit Eltern, Partner oder Kindern, auf seine Arbeit – das kann man lernen und Profis sind für gewöhnlich gut trainiert in dieser Disziplin. Aber sie brauchen dafür trotzdem zusätzliche Energie, denn sie müssen Gedanken und Gefühle von Frustration und Ärger mit einigem inneren Kraftaufwand unterdrücken – diese negativen Energiefresser gehen nämlich nicht von allein weg, wenn sie an einem inneren Imperativ hängen. Also fühlen sich die Menschen gestresster als an oder nach Tagen, an denen alles gut lief.

Deshalb tut es gut, an einem solchen alten Imperativ zu arbeiten, auch wenn man sich das Leben mit ihm einigermaßen so eingerichtet hat, dass man den Eindruck hat, er würde einen nicht weiter beeinträchtigen. Ein Beispiel dafür ist ein Klient, der als Selbständiger sehr erfolgreich sein kleines Unternehmen führte, aber natürlich auch viel dafür arbeiten musste. Trotzdem nahm er sich fast täglich die Zeit, bei seinen Eltern anzurufen – und das, obwohl jedes Gespräch für ihn frustrierend war. Er gab sich so viel Mühe, aber seinen Eltern war es nie genug. Immerzu jammerten sie ihm die Ohren voll, dass er sie nicht häufiger besuchen käme, dass es ihnen so schlecht ginge, dass keiner sich wirklich um sie kümmere, ihre Wehklagen nahmen kein Ende. Und ihn zog es hinunter. Als er dahinter kam, dass er sich das immer wieder antat, weil er stark an den Imperativ gebunden war „Ich muss dafür sorgen, dass es meinen Eltern gutgeht!“, und diesen Imperativ löschte, konnte er ganz anders auf die Tiraden seiner Eltern reagieren. Er rief sie noch genauso häufig an, er hörte ihrem Gejammer geduldig zu, aber er konnte innerlich anders damit umgehen – es belastete ihn nicht mehr. Das Gefühl „Das macht mich fertig!“ war plötzlich verschwunden, weil es für ihn den inneren Konflikt „Ich muss dafür sorgen, dass es meinen Eltern gutgeht, aber es geht ihnen schlecht“ nicht mehr gab.

Mit IntrovisionCoaching kann es gelingen, solche inneren Konflikte innerhalb nur einer einzigen Sitzung aufzulösen und die, die es erlebt haben, sind meist völlig überrascht, wie entspannt sie auf einmal mit Menschen oder Situationen umgehen können, die sie jahre- oder jahrzehntelang nur mit schlechten Gefühlen in Verbindung brachten.

Ein Zusatzeffekt stellt sich übrigens auch manchmal noch ein: Da es in einem System häufig so ist, dass sich die Kommunikation insgesamt ändert, wenn ein Gesprächspartner etwas ändert, reagieren oft auch die anderen plötzlich auf unvorhergesehene und willkommene Weise.

In einem Coaching mit einem Topmanager, der für ein Projekt verantwortlich war, dass sich über mehrere europäische Länder spannte, lautete die Aufgabe, dessen „Rambo-mäßiges“ Auftreten, über das es viele Klagen gegeben hatte, in den Griff zu bekommen. Er hatte den Ruf, seine Interessen gnadenlos durchzuprügeln, was dem Projekt auf die Dauer mehr schadete als nützte.

In der Problemanalyse trat zu Tage, dass die treibende Kraft hinter diesem allzu forschen Auftreten ein Konflikt mit seinem Vater war. Der Vater hatte ihn, als er bereits erwachsen war, aus dem Haus geworfen, aus der Firma geworfen und die letzten zwanzig Jahre kaum ein Wort mit ihm gewechselt. Im Coaching bearbeitete der Klient diesen Konflikt, ging seinerseits wieder auf seinen Vater zu und konnte, da er das mit einer neuen inneren Haltung tat, das Verhältnis zum Vater bereinigen. Da er anders kommunizierte, verhielt sich auch der Vaters anders und sie fanden wieder gut zusammen. Und schlagartig waren auch die Probleme des Klienten in seinem Projekt und mit seinen internationalen Mitarbeitern wie weggeblasen.

Das Auflösen eines inneren Konflikts kann enorme Auswirkungen auf allen möglichen Ebenen haben – wenn dieser Stress nicht mehr vorhanden ist, ist Raum da für die innere Gelassenheit, die das Arbeiten so viel leichter macht – für einen selbst und für die Mitarbeiter. Und das Ganze ohne großen Aufwand!

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