Konflikt-Vermeidungs-Strategien

Das menschliche Gehirn ist nicht dafür gemacht, sich mit inneren Konflikten abzufinden, deshalb sucht es sich Möglichkeiten, wie es sich beruhigen kann. Was dabei herauskommt, sind Konflikt-Vermeidungs-Strategien.

Dazu zählen:

  • Schneller Themenwechsel, also unangenehme Gedanken konsequent beiseite schieben
  • Ablenken, zum Beispiel durch „dringende“ andere Arbeiten
  • „Positiv denken“, also zur inneren Beruhigung Sprüche vorbeten wie „Wird schon gutgehen“ oder ähnliches
  • Theoretisieren, sehr beliebt ist dabei die „Selbst-Analyse“: „Ich bin so und so, weil…“
  • Selbst-Mitleid und Selbst-Bejammerung: „Immer trifft es mich! Warum muss auch ich immer die gesamte Verantwortung tragen!“
  • Eine andere Realität herbeiwünschen: „Hätte ich mich doch nie darauf eingelassen! Ich könnte so gemütlich im Garten sitzen und Däumchen drehen!“
  • Sich der Situation durch Flucht entziehen, sich also zum Beispiel vor einem unangenehmen Ereignis krank melden.

All diese Vermeidungsstrategien sind Versuche des Verstandes, in den Konflikt einzugreifen, um ihn aus der Welt zu schaffen. Doch genau dieses wiederholte Eingreifen sorgt dafür, dass der Konflikt sich manifestiert, beziehungsweise sich immer weiter hochschaukelt, bis hin zu Panikattacken. Dazu möchte ich noch anfügen, dass auch das meiste von dem, was therapeutisch unternommen wird, eigentlich ein solches Eingreifen darstellt. Die Alarmsysteme werden dadurch zwar für den behandelten Fall herunter geregelt und alles fühlt sich erst einmal gut an. Wenn die Imperative jedoch nicht völlig gelöscht werden, bedeutet das,  dass auch der alte Konflikt in unverminderter Schärfe wieder ausbricht, wenn der Reiz, der das Alarmsystem auslöst, in stärkerer Form wieder auftritt.

Auch im Coaching kommt man nicht zur endgültigen Lösung, wenn solche Imperativ-Verletzungs-Konflikte vorhanden sind.  Denn rein auf der Verhaltensebene lassen sie sich nicht auflösen. Kurzfristig kommt es zwar zu einer Verbesserung, aber wenn der alte Reiz wieder auf den Plan tritt, kehrt auch das alte Problem wieder.

 

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